Chemotherapie unter Zugabe von Gilteritinib oder Midostaurin bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie

HOVON 156

Studienleiter

Prof. Dr. med.
Thomas
Pabst
Inselspital University Cancer Center UCI – Das Tumorzentrum Bern
+41 31 632 84 30

Bei etwa 30% aller Patienten mit einer neu diagnostizierten, akuten myeloischen Leukämie (AML) bestehen aktivierende Mutationen des FMS-like Tyrosin Kinase 3-Gens (FLT3). Bei diesen Patienten verlängert die Zugabe des Kinase-Inhibitors Midostaurin zur Standard-Chemotherapie das ereignisfreie Überleben (EFS) und das Gesamtüberleben. Im Vergleich zu Midostaurin kann der Wirkstoff Gilteritinib das mutierte FLT3 noch spezifischer und stärker hemmen.  

In der Studie HOVON 156 wird die Wirksamkeit von Gilteritinib und Midostaurin zusammen mit intensiver Chemotherapie direkt verglichen. Patienten mit einer neu diagnostizierten AML und einer FLT3-Mutation, die sich einer intensiven Chemotherapie unterziehen, werden in zwei Gruppen randomisiert: Patienten der Gruppe A erhalten während Induktions-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie zusätzlich Midostaurin, Patienten der Gruppe B hingegen zusätzlich Gilteritinib.

Insgesamt sollen 768 Patienten in die Studie eingeschlossen werden (384 Patienten pro Arm). Wir hoffen, dass die zusätzliche Gabe von Gilteritinib zur Chemotherapie dazu beiträgt, das Rezidivrisiko von AML-Patienten mit FLT3-Mutation weiter zu senken und ihre Langzeit Prognose zu verbessern.

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