Brustkrebs: Ist nach Chemotherapie und nicht nachweisbarem Tumorgewebe noch eine Operation nötig?

SAKK 23/18

Studienleiter

PD Dr. med.
Christoph
Tausch
Brustzentrum Zürich
+41 44 380 76 60

Bei manchen Patientinnen und Patienten, die wegen eines Mammakarzinoms eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten, ist danach in der Magnetresonanztomografie (MRT) kein Tumorgewebe mehr nachweisbar. Ist es dann noch notwendig, bei diesen Patienten das ehemalige Tumorgewebe operativ zu entfernen?

Bei gewissen Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs wird vor der operativen Tumorentfernung eine neoadjuvante Chemotherapie (NCT) durchgeführt. Manchmal ist der Tumor nach der NCT mit bildgebenden Verfahren nicht mehr nachweisbar. Dennoch wird bei diesen Patienten das ursprüngliche Tumorgewebe entfernt, um eine komplette Tumorresektion sicherzustellen. Es wird vermutet, dass bei manchen dieser Patienten die Operation eigentlich nicht mehr nötig ist, da der Tumor durch die NCT komplett zerstört wurde, was sich mittels Tumorbiopsie nach der NCT nachweisen liesse. Würde diese Biopsie zeigen, dass bei einem Patienten nach der NCT kein Tumorgewebe mehr vorhanden ist, könnte man auf die Operation verzichten.

Vakuum-assistierte Biopsie vor Tumoroperation

In der Studie SAKK 23/18 wird diese Hypothese untersucht. Bei Brustkrebs-Patienten, bei denen nach einer NCT mittels MRT kein oder fast kein Tumorgewebe mehr nachweisbar ist, wird vor der Tumoroperation eine Vakuum-assistierte Biopsie (VAB) gemacht. Die Analyse der so gewonnenen Gewebeproben soll zeigen, ob bei diesen Patienten tatsächlich kein Tumorgewebe mehr vorhanden ist.

Ablauf bei Studienteilnahme

  • Kurz vor der Tumoroperation, die innerhalb von sechs Wochen nach der letzten NCT stattfindet, wird die VAB durchgeführt.
  • Danach wird der Patient operiert, wie es der Standard-Therapie entspricht.
  • Im Unterschied zu Personen, die nicht an der Studie teilnehmen, führt man bei den Teilnehmenden die VAB und die Tumoroperation durch (bei den anderen Personen nur die Operation).

Es ist vorgesehen, dass 420 Patientinnen und Patienten an der Studie teilnehmen.

 

Alle Studien